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Aktuelle Informationen

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Veranstaltungshinweis - Deutschland sorgt sich um seine Männer! - Landesmännersonntag in Reinickendorf - Männersonntag 2011

 

Männer in der Pflege ... - Fachtagung der Männerarbeit der EKD und der Gemeinschaft der Katholischen Männer Deutschlands

Pflege ist in Deutschland heute ein sozialpolitisches Thema ersten Ranges, das zugleich Fragen nach einer neuen Fürsorgekultur in unserer Gesellschaft aufwirft und eine hohe gleichstellungspolitische Brisanz beinhaltet.

Aus Gründen der Geschlechtergerechtigkeit ist es auf Dauer nicht akzeptabel, wenn die Pflege einseitig den Frauen aufgebürdet wird. Doch die Rede von der „weiblichen Pflege“ verkennt, dass schon jetzt Männer – wenn auch in geringerer Anzahl als Frauen – Angehörige pflegen und in Pflegeberufen arbeiten.

Die Fachtagung richtet den Blick auf diese pflegenden Männer. Wer sind sie, in welchen Pflegekonstellationen finden wir sie, was tun sie konkret, was motiviert sie – und vor allen Dingen: Was brauchen diese Männer an Unterstützung und Förderung und wie gelingt es uns, mehr Männer für die Pflege zu gewinnen?

Die Männerarbeit der EKD, die Gemeinschaft der Katholischen Männer Deutschlands
sowie die gastgebende Konrad-Adenauer-Stiftung laden Sie ein, mit Experten über diese Fragen zu diskutieren und über Lösungswege nachzudenken, wie eine geschlechtergerechte Fürsorgekultur in der Zukunft aussehen kann.

Zudem besteht Gelegenheit, sechs spannende und innovative Praxisprojekte aus dem gesamten Bundesgebiet kennenzulernen, die auf ermutigende Weise „Männer in der Pflege“ zeigen.

--> Flyer und Anmeldung

Aufruf zur Hilfe für Männer in Not!
Deutschland sorgt sich um seine Männer!

Selbst das Familien- und Bildungsministerium unterstützt im Rahmen der Gender-Aktivitäten mit großem Nachdruck Männer. Unsere Kirche ist da nicht ganz so aufmerksam, aber mit der Vielzahl der Singles wird das Interesse am Schicklsal von Männern immer deutlicher erkennbar. In Berlin-Mitte gibt es 80% Single-Haushalte. Das ist nicht überall in Berlin so, wo viele türkische Mitbewohner leben, sind Single-Haushalte seltener, auch in den traditionellen Bezirken wie Berlin-Tempelhof und Berlin-Schöneberg. Aber auch verheiratete Männer haben ja ihre Themen, die sie gern mal mit Männern und nicht mit der Gattin besprechen, ob Pfarrer, Soldaten, Bibliothekare oder Automechaniker und Fliesenleger. So bunt ist jedenfalls in Berlin-Friedrichshain die Mischung.

Der Männerrat der EKBO möchte sehr dazu ermutigen, sich mit anderen Männern auszutauschen. Sollte Hilfe für den Anfang nötig sein, findet sich immer ein Vertreter der Männerarbeit in ihrer Nachbarschaft oder lässt sich über unser Büro der Männerarbeit der EKBO (Tel. 030/3191282) in Erfahrung bringen.

Männergruppen haben noch etwas ganz Besonderes: In jeder Situation hat man Helfer, die praktisch zupacken, aber auch mal zuhören können ... und Männerfreundschaften halten oft ein Leben lang!

Landesmännersonntag in Reinickendorf
 
Ein Schattendasein in unserer Kirche führt die Männerarbeit. So ist es nicht verwunderlich, dass unbemerkt für viele Gemeinden der Landesmännersonntag begangen wurde. Gastgeber war das Lutherhaus in Reinickendorf. Im Rahmen eines Gottesdienstes wurde er am vergangenen Volkstrauertag, begangen. Grußworte sandten Bischof Dr. Markus Dröge und Oberkonsistorialrätin Dorothea Braeuer. Sie wies darauf hin, dass im umgestalteten für Kirchliche Dienste die Männerarbeit einen neuen Fokus erhalten soll. In der Predigt ging Pfr. Heinz-Georg Ackermeier, Beauftragter für die Männerarbeit der EKD, auf das Jahresthema "'Vater und Mutter ehren'? -Leben in Würde für Jung und Alt" ein. Er betonte, dass dieses Leben innerhalb der Generationen Zwiespälte auftut, die nur gemeinsam gelöst werden können. Ein Leben in Würde für Jung und Alt sei das erklärte Ziel. Beim anschließenden Empfang beschrieb Pfr. Axel Luther, Landesbeauftragter für die Männerarbeit der EKBO, das Ziel bei Freizeiten und Reisen, z. B. nach Polen sei, Männern neue Gefühle für ihre Spiritualität vermittelt werden solle. Ackermeier betonte, dass es Männergruppen bundesweit in der EKD gebe. Die ökumenischen Studien "Männer im Aufbruch" (1998) und "Männer in Bewegung" (2008) hätten gezeigt, dass aus einem Aufbruch in der Männerarbeit eine Bewegung geworden sei. Die Studien haben auch eine veränderte Rolle der Männer in Familie und Kirche festgestellt. Eine neue Männertheologie solle diese zu mehr Spiritualität führen. In Vater-Kindgruppen ließen sich die kirchlichen Symbole wieder neu erleben und die Männer fänden einen anderen Zugang zu ihrem Glauben. Initiativen wie Handwerk und Kirche vermittele gerade jungen Männern in der Ausbildung einen neuen Zugang zu den christlichen Werten. Die veränderte Rolle der Väter in den Familien führe zu mehr partnerschaftlicher Erziehung und ließe Männern eine Teilzeitarbeit eher möglich erscheinen. Erstaunlicherweise zeigen Studien, dass Männer immer öfter Opfer von Gewalt auch in der Familie werden. Ihr Glaube habe ihnen in der Bewältigung ihrer Krisen geholfen. Männerarbeit in der EKD bedürfe mehr Akzeptanz.
Wort zum Männersonntag 2011
 

Im Januar und Februar dieses Jahres blickte die Weltöffentlichkeit gespannt nach Ägypten. Achtzehn Tage Massenproteste erzwingen den Rücktritt von Präsident Mubarak. Auf dem Platz der Befreiung in Kairo demonstrierten, tanzten und beteten die Menschen. Sie selbst hatten keine politische Macht. Ihre Beharrlichkeit und ihre Hoffnung waren ihre Stärke.

Erinnerungen werden wach: Vor zwanzig Jahren fiel die Mauer in Berlin. Die Menschen, die sie letztlich zum Einsturz brachten, hatten ebenfalls keine politische Macht. Auch hier waren Beharrlichkeit und Hoffnung stärker. Die Reaktion eines SED-Funktionärs brachte es damals so auf den Punkt: Wir waren auf alles vorbereitet, nur nicht auf Kerzen und Gebete.

Die traditionelle Zuordnung von Macht und Stärke, von Ohnmacht und Schwäche scheint erschüttert. Ist das möglich, Macht und Schwäche zusammenzudenken?

Die Männerarbeit stellt sich in ihrem neuen Jahresthema dieser Frage im Blick auf die Männer:

„…in den Schwächen mächtig?“
Männer zwischen Macht und Ohnmacht

Im gesellschaftlichen Diskurs werden den Männern in der Regel Macht und Stärke zugeschrieben. Das Kultlied „Männer“ hat das leicht ironisierend aufgenommen: „Männer sind furchtbar stark.“ Männer haben Macht. Beispiele gibt es genügend – etwa in den Vorständen der Dax-Konzerne und auch in kirchlichen Leitungsfunktionen.

Diese Zuordnung von Mann und Macht hält allerdings einem differenzierteren Blick nicht stand: So ist die berufliche Situation des überwiegenden Teils der Männer nicht durch Machtpositionen, sondern durch Unterordnung und Ohnmacht gegenüber den Arbeitsbedingungen gekennzeichnet, die in bestimmten Bereichen monoton und sogar gesundheitsgefährdend sind. Der Männertherapeut Björn Süfke kommt zu dem Resümee: „Wir Männer waren niemals das mächtige Geschlecht. Wir waren lediglich – und sind weitgehend – das Geschlecht, dem die wenigen Mächtigen entstammen.“

Eine weitere Ohnmachtserfahrung ist die Gewalt. Männer sind prozentual fast genauso häufig wie Frauen Opfer von Gewalt.

Die Spannung zwischen Stärke und Schwäche findet sich schließlich auch im zwischengeschlechtlichen Bereich. Wenn der Mann zu seinen Schwächen und Ängsten steht, muss er sich gegen das Etikett „Softie“ wehren. Zeigt er Stärke, ist er – so der Vorwurf – in seine traditionelle Rolle zurück gefallen.

Wie können Männer mit dieser Spannung zwischen Stärke und Schwäche, zwischen Macht und Ohnmacht umgehen? Gibt es Erfahrungen und Orientierungen, auf die sie zurückgreifen können?

Der erste Teil des neuen Jahresthemas ist ein biblisches Zitat aus dem zweiten Brief des Paulus an die Korinther: „Lass dir an meiner Gnade genügen, denn sie erweist ihre Kraft in der Schwachheit“ (12,9).

Paulus beschreibt hier eine Erfahrung, die sein Leben grundlegend verändert hat. So war sein Leben früher bestimmt von tradierten Vorstellungen, die als objektive Wahrheiten und Richtigkeiten verstanden wurden. Hier hatten Alternativen keinen Platz. Hier ging es vielmehr darum, Macht, Einfluss und Stärke zu sichern und Konkurrenten abzuwehren oder sogar zu verfolgen. Es ist der ständige Kampf, indem man sich Schwäche nicht leisten kann. Paulus muss die Erfahrung machen, dass diese Lebensperspektive und dieser Lebensentwurf nicht mehr tragen. Er muss die für ihn schmerzlichen Erfahrungen seiner eigenen Begrenztheit und Schwäche machen. Erst die Annahme dieser Begrenztheit und Schwäche macht ihn frei, für die Kraft, die sein Leben wirklich trägt und zum Kern seiner Verkündigung wird. Es ist die Offenbarung der Liebe in Jesus, dem Christus. Es ist die Befreiung von Selbstdarstellung und Überschätzung. Es ist die Fähigkeit, ehrlicher gelassener und unverkrampfter zu leben.

In einem solchen Leben, das von der Liebe getragen wird, werden Männer Macht als das sehen, was sie sein sollte: Die Möglichkeit, Verantwortung für die Gestaltung gerechterer Lebensverhältnisse zu übernehmen. Sie werden dabei die Erfahrungen von Begrenztheit, Schwäche und Ohnmacht nicht verdrängen, sondern akzeptieren. Sie werden gerade darin stark, menschliches Leben realistisch zu sehen und zu verändern.

Heinz-Georg Ackermeier, Dr. Helmut Eiteneyer
Vorsitzende der Männerarbeit der EKD

 
Das Werkheft zum Männersonntag bietet Materialien zum Jahresthema 2011 und zur Gestaltung des EKD-weiten Männersonntags am 3. Sonntag im Oktober jeden Jahres. Es ist zu beziehen über die Geschäftsstelle in Hannover.